Unbekannte Heldentat von Iwan Bunin

04/03/2019 - 18:00

Die Abendveranstaltung, die am 3. April im Russischen Kulturinstitut in Wien stattfand war der wenig bekannten Seite des Lebens vom herausragenden russischen Schriftsteller, Nobelpreisträger für Literatur Iwan Alexejewitsch Bunin (1870-1953) gewidmet.

Der Professor der russischen staatlichen geisteswissenschaftlichen Universität, Ko-Vorsitzender des Wissenschafts- und Bildungszentrums „Holocaust“ (Moskau) Ilja Altman hielt einen Vortrag über die Rettung der Juden von Iwan Bunin in den Jahren des Holocaust. Bunin und seine Frau, Vera Muromtsewa-Bunina lebten während der Nazi-Besatzung in einer Mietvilla „Jannet“ in Grasse im Süden von Frankreich. In dieser Zeit versteckten sie und retteten dem Literaturkritiker Alexandr Liberman und seiner Frau Stefanie Liberman das Leben. Professor Altman erzählte über die Tätigkeit des WBZ „Holocaust“ und des russischen jüdischen Kongresses hinsichtlich der Sammlung von offiziellen Dokumenten über die Umstände der Teilnahme Bunins an der Rettung der Juden von den Nazis. Das Ziel dieser Tätigkeit ist, den Schriftsteller zum Ehrentitel des Gerechten unter den Völkern zu nominieren, den die Nationale Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem verleiht. Der Ehrentitel des Gerechten unter den Völkern wird Menschen verschiedener Nationalitäten verliehen, die Juden zur Zeiten des Holocaust retteten. Er gilt als eines der größten Symbole der Ehrung des jüdischen Volkes. Heutzutage zählt man 25 Tausend Menschen auf der Liste der Gerechten. Am meisten ist der deutsche Industrielle Oskar Schindler bekannt, der während des Zweiten Weltkriegs mehr als 1200 Juden rettete sowie die polnische Aktivistin der Widerstandsbewegung Irena Sendler, die 2500 jüdischen Kindern aus dem Warschauer Ghetto das Leben sicherte und der schwedische Diplomat Raul Wallenberg, der mehreren Zehntausend ungarischen Juden ihr Leben rettete. Die Besucher konnten sich den biographischen Dokumentarfilm des Regisseurs Grigorij Ilugdin „Buninsche Alleen“ (Russland, 2015) ansehen. Der Film handelt von dramatischen Kriegsjahren im Leben des Schriftstellers, der für immer ein echter russischer Intellektueller von höchster Güte war und bleibt. Die Dreharbeiten unter Teilnahme von Historikern, Literaturwissenschaftlern, Museumsmitarbeitern und Vertretern religiöser Konfessionen fanden in Frankreich, Deutschland, Israel und Russland (in Moskau, in Oblast von Brjansk und Orjol) statt.