In Stockerau wurden die gefallenen Sowjetsoldaten geehrt

11/02/2023 - 17:00

Auf Initiative russischer Landsleute, die seit mehreren Jahrzehnten in Österreich leben, wurde am Allerseelen, den die katholische Kirche am 2. November begeht, auf dem sowjetischen Soldatenfriedhof und am Denkmal für sowjetische Soldaten in Stockerau (Bezirk Korneuburg, Niederösterreich) das Andenken an gefallene sowjetische Soldaten geehrt.

In drei Massengräbern und 28 Einzelgräbern auf dem Friedhof ruhen die sterblichen Überreste von mindestens 85 sowjetischen Soldaten, vier Kriegsgefangenen und drei Zivilisten. 49 Namen sind nicht im Kriegsgräberpass eingetragen und fehlen auf den Denkmälern. Die Grabstätte für die Gefallenen des Großen Vaterländischen Krieges in Stockerau wurde im April 1945 angelegt. Bis 1956 wurden hier verstorbene Soldaten der Sowjetarmee und Bürger der UdSSR beigesetzt.

Im Jahr 1957 wurden die sterblichen Überreste der Opfer in die sowjetische Kriegsgräberstätte des Gemeindefriedhofs umgebettet und in zehn Gräbern im Park in der Nähe des Bahnhofs Stockerau beigesetzt. An der Stelle der ehemaligen Grabstätte steht heute ein Denkmal - ein Betonstern mit Inschriften in russischer und deutscher Sprache, die über das Denkmal informieren.

Das Denkmal wurde von Ingenieur-Kapitän Wadim Wadimowitsch Ewald entworfen, einem gebürtigen Leningrader, der den gesamten Krieg vom ersten Tag an miterlebt hat und erst 1953 demobilisiert wurde. Auch seine Gedichtzeilen schmücken das Denkmal:

Wir haben den Eid der Treue geschworen,

Wir gaben unser junges Leben für den Sieg,

Würdige Söhne des großen Vaterlandes

Für den Ruhm und die Macht unserer Heimat.

Gemäß Artikel 19 des Staatsvertrags über die Wiederherstellung des unabhängigen und demokratischen Österreichs vom 15. Mai 1955 und anderer Rechtsakte der Republik Österreich ist Österreich für den Zustand des Denkmals und der Grabstätte verantwortlich. Nun werden die von der niederösterreichischen Verwaltung begonnenen Restaurierungsarbeiten am sowjetischen Ehrenmal in der Nähe des Bahnhofs abgeschlossen. Auch am sowjetischen Kriegsgrab werden kleinere Reparaturen nach dem vorgesehenen Zeitplan durchgeführt.

Blumen an den Gedenkstätten für sowjetische Soldaten und Zivilisten in Stockerau wurden von Landsleuten aus Wien und Niederösterreich, Schülern und Lehrern der Schule an der Russischen Botschaft in Österreich und Mitarbeitern des Russischen Kulturinstituts in Wien niedergelegt.  Die Reise wurde mit Unterstützung der Botschaft der Russischen Föderation in Österreich organisiert.

Die nächste Gedenkfahrt wird Anfang Dezember stattfinden und mit dem Tag des Unbekannten Soldaten zusammenfallen.