Die Kunstausstellung „Gefangene des Nationalsozialismus: Opfer oder Sieger“ wurde in Wien eröffnet
Die Ausstellung mit Werken der Künstlerinnen Ekaterina Kudryavtseva und Petr Grigoriev ist dem Tag des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg und dem 80. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen gewidmet.
Von besonderer Bedeutung ist die Porträtgalerie ehemaliger Häftlinge des Konzentrationslagers, die Ekaterina Kudryavtseva speziell für diese Ausstellung geschaffen hat.
Die monumentalen Werke würdigen das Andenken der Helden, die die schrecklichen Zeiten im Konzentrationslager (1938–1945) in der Nähe des schönen Wien und ganz in der Nähe der kleinen, gemütlichen Stadt Mauthausen, die malerisch am Ufer der Donau liegt, aber einem der grausamsten Konzentrationslager des Dritten Reiches ihren Namen gab, in dem während der Jahre seines Bestehens mehr als hunderttausend Bürger aus verschiedenen Ländern der Welt ums Leben kamen. Sie wurden gefoltert, erschossen, starben in Gaskammern oder durch tödliche Injektionen, oder an Kälte, Hunger oder Krankheiten, durch Misshandlungen und gnadenlose Ausbeutung.
Ekaterina Kudryavtseva zeigt in diesen Porträts gleichzeitig Zeugen, Opfer und Helden, die die Zeit der Inhaftierung überlebt haben, und gibt uns die Möglichkeit, lange in diese Gesichter zu schauen. Das große Format der Porträts vermittelt das Gefühl der unmittelbaren Präsenz dieser Menschen, die uns wie aus den Fenstern der Ewigkeit anblicken und uns die tragischen Erfahrungen ihres Lebens vermitteln, dabei aber Menschen mit eigenwilligen Charakteren und Lebenswillen geblieben sind.
Die Ausstellung zeigt Porträts der sowjetischen Häftlinge Wassili Antonowitsch Kononenko, Nikolai Pawlowitsch Kirejew, Anatolij Trofimowitsch Malewanny, Jewgeni Wassiljewitsch Moisejewka, Jewgeni Stanislavowitsch Soja, Jewgeni Alexejewitsch Chrol, Roman Mitrofanowitsch Bulkach, Wsewolod Viktorowitsch Osten und des österreichischen Häftlings Hans Marschalek, der einen enormen Beitrag zur Bewahrung der Erinnerung und zur Wiederherstellung der Schicksale der Häftlinge von Mauthausen geleistet hat.
Das Werk „Engel holen die Märtyrer ins Paradies“ von Peter Grigoriev beansprucht, aus Sicht des Autors hohe, evangelische Bedeutungen festzuhalten, wenn nach der von Jesus Christus erzählten Parabel ein gewisser Lazarus, der ein Leben in Armut und Qualen verbracht hatte, von Engeln in den Himmel aufgenommen wurde, während der reiche Gutsherr, in dessen Haus der Märtyrer Lazarus sein Leben verbracht hatte, in die Qualen der Hölle kam.
Das großformatige Werk von Petr Grigoriev zeigt uns gleichzeitig den Einzug Christi in Jerusalem, als die Menge ihn empfing und seinen Weg mit bunten Kleidern bedeckte, und auf der rechten Seite der Komposition das Gericht des Pilatus, bei dem dieselbe Menge, angestachelt von den Hohepriestern, die Christus töten wollten, ruft: „Kreuzige ihn, kreuzige ihn!“
In diesem Werk betont und verbindet der Autor bewusst diese beiden gegensätzlichen Handlungen, sodass eine Art bildlicher Vorwurf an die Menschheit entsteht, die das Göttliche aufrichtig und feierlich aus tiefstem Herzen begrüßt, aber gleichzeitig unter dem Einfluss dunkler Mächte zu Vergessenheit und Verrat fähig ist. Ist es nicht so, dass die europäischen Völker, die Christus angenommen haben, und unser Volk im Jahr 1917 ihn durch ihre finsteren Taten verraten haben? Das ist eine historische Lehre, denn das Vergessen und Verraten des Christentums führt nach Ansicht des Künstlers zu schrecklichen Folgen, darunter auch zur Schaffung des grausamen Systems der deutschen Konzentrationslager.
Pjotr Grigorjew und Jekaterina Kudrjawtsewa sind eine Familie von gleichgesinnten Künstlern, weshalb die in der Ausstellung präsentierten Werke trotz ihrer unterschiedlichen Stile organisch wirken.
Die Ausstellung wird vom Forum „Sotschi-Dialog“ unterstützt. Sie dauert bis zum 29. Mai.

Tel.: 01 / 505 18 29


















