Die nationale Runde des Wettbewerbs „Lebendige Klassik“ fand in Österreich statt
Am 20. März 2026 fand im Russischen Kulturinstitut in Wien die nationale Runde des internationalen Wettbewerbs für junge Vorleser „Lebendige Klassiker“ statt, der erneut zu einem bedeutenden kulturellen Ereignis für russischsprachige Schüler des Landes wurde. Die Teilnehmer präsentierten der Jury und dem Publikum ein vielfältiges und tiefgründiges literarisches Programm und bewiesen dabei ein hohes Maß an Vorbereitung, künstlerischem Ausdruck und aufrichtiger Liebe zur Literatur.
Von der Bühne erklangen Werke, die ein breites Spektrum der russischen Literatur abdeckten – von lebhaften und anschaulichen Texten von Kinderbuchautoren wie Viktor Dragunski, Irina Pivovarova, Kir Bulytschev, Mark Twain und Evgenij Schwartz bis hin zu ernsten und philosophischen Werken der Klassiker: Lew Tolstoi, Fjodor Dostojewski, Boris Wassiljew, Alexander Ostrowski, Nikolai Gogol und Valentin Kataev.
Besondere Aufmerksamkeit widmeten die Teilnehmer in ihren Vorträgen tiefgründigen und komplexen Themen. Es wurden Texte vorgetragen, in denen Fragen des Menschen angesichts des Todes, der moralischen Entscheidung, des Gewissens und der Verantwortung aufgeworfen wurden. Die Werke von Viktor Astafjew und Daniil Granin regten das Publikum dazu an, über die wichtigsten moralischen Werte, den Wert des menschlichen Lebens und die Kraft des Geistes nachzudenken.
Jeder Auftritt war nicht nur eine Lesung, sondern ein echtes Erleben des Textes. Den Teilnehmern gelang es mit unterschiedlichem Erfolg, die emotionale Tiefe der Werke zu vermitteln, die Charaktere der Figuren zu entfalten und dem Publikum die Hauptgedanken der Autoren nahezubringen.
Die Jury bestand aus der Journalistin, Redakteurin, Reporterin und Expertin für Stilistik und Sprachkultur Ksenia Kirsten (München), dem Regisseur und Gründer des Theaters „Tabor“ Anatoli Gluchow (Linz), die Schauspielerin, GITIS-Absolventin und Dozentin für szenische Sprache Galina Hermann (Linz) sowie die Philologin und Dozentin für Russisch als Fremdsprache Valentina Schevergina, war sich über die Gewinner einig.
1. Platz – Alvina Pashlov (Boris Wassiljew „Die Morgenröte ist hier still“)
2. Platz – Ksenia Krasnoschtschekowa (Lew Tolstoi „Krieg und Frieden“)
3. Platz – Alisa Radler (Nikolai Gogol „Iwan Fjodorowitsch Schponka und seine Tante“).
Die Diplome für den „Publikumspreis“ gingen an Kristian Prjachin für die Lesung eines Auszugs über Entscheidung, Verantwortung und den Mut, „dem Gewitter entgegenzugehen“, aus dem Roman von Daniil Granin „Ich gehe in den Sturm“ sowie an Alexandra Platzer für den Monolog über Gruschenkas geistigen Umbruch aus Fjodor Dostojewskis Roman „Die Brüder Karamasow“.
Der Wettbewerb hat einmal mehr seine Hauptaufgabe bestätigt: das Interesse am Lesen zu wecken, den literarischen Geschmack zu schulen und die Fähigkeit zum Mitfühlen durch Literatur zu entwickeln. Die nationale Runde in Österreich war ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass klassische Literatur bei der jungen Generation weiterhin Anklang findet und in der heutigen Welt nach wie vor aktuell und bedeutungsvoll ist.

Tel.: 01 / 505 18 29


















