Der erste Abend der Reihe „Theaterbegegnungen“ fand in Wien statt
Ein Abend voller stiller, ironischer Weisheit, feinem Humor und ergreifender menschlicher Wahrheit eröffnete am 19. März 2026 in Wien die neue Reihe „Theaterbegegnungen“. In den Sälen des Russischen Kulturinstituts erklangen die Stimmen der Figuren von Anton Pawlowitsch Tschechow – lebendig, wiedererkennbar, als kämen sie aus einer anderen Zeit zu uns, doch sprechen sie über das Wichtigste – hier und jetzt.
Das Jahr 2025 war geprägt von einem bedeutenden Datum – dem 165. Geburtstag des großen Schriftstellers und Dramatikers. Dieser Abend war nicht nur eine Gedenkfeier, sondern ein echtes Eintauchen in die Welt Tschechows – eine Welt, in der sich hinter äußerer Einfachheit tiefe Gefühle verbergen und hinter einem leichten Lächeln eine Lebensphilosophie.
Auf der Bühne traten Freunde und Teilnehmer des internationalen Vorlesewettbewerbs für junge Leser „Lebendige Klassiker“ auf – talentierte Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Ländern Europas. Das russische Kindertheater „Maska“ (Denia, Spanien), das Kultur- und Bildungszentrum „SmartStart“ (Gent, Belgien), das Theaterstudio „Galaktika“ (Rom, Italien), die Schule „Veselye Notki“ (Athen, Griechenland) und das Kinder-Theaterstudio „Territorija Teatra“ (Wien, Österreich) – sie alle kamen an diesem Abend zusammen, um dem Publikum lebendige, aufrichtige und inspirierende Kunst zu schenken.
Das Programm des Abends erwies sich als reichhaltig und abwechslungsreich. Auf der Bühne wurden Szenen und Figuren aus bekannten Werken zum Leben erweckt: „Das Ereignis“, „Das Gespräch eines Menschen mit einem Hund“, „Der Chamäleon“, „Der Widder und die Herrin“, „Der gute Deutsche“, „Ach, die Zähne!“, „Der Weichling“, „Eine verlorene Sache“, „Freude“, „Der Heiratsantrag“, „Nerven“. Einen besonderen Platz nahm der ergreifende Monolog von Nina Zarechnaja aus „Die Möwe“ ein, der wie ein Seelenbekenntnis klang – aufrichtig, ergreifend, eindringlich.
Die Zuschauer wurden Zeugen nicht nur einer Lesung, sondern einer echten Theateraufführung: Inszenierungen wechselten sich mit Erzählungen ab, Monologe mit Mini-Stücken, und den Höhepunkt bildete ein Ein-Personen-Stück, in dem Tschechows Worte besonders kraftvoll und zeitgemäß erklangen.
Dieser Abend war nicht nur der Auftakt zu einem neuen Theaterzyklus, sondern auch ein Ort der Begegnung zwischen Kulturen, Generationen und Bedeutungen. Tschechow war, wie schon zuvor, jedem nah – im Lächeln, in der Sprechpause, im Wort. Und beim Verlassen des Saals nahmen die Zuschauer nicht nur Eindrücke mit, sondern auch jenen ganz leisen, tschechowschen Nachhall – nachdenklich und hell.

Tel.: 01 / 505 18 29


















