Die Ausstellung Im Memoriam Mauthаusen wurde im RKI eröffnet

01/31/2023 - 21:45

In der Ausstellung werden Arbeiten von zwei österreichischen Künstlern Stefan Hilge und Alfred Hrdlicka präsentiert. Als Ideenautor und Ausstellungskurator fungiert das Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft der KZ-Gedenkstätte Mauthausen, Professor Wolfgang Johannes Bandion.

Stefan Hilge verwendet in seinem Werk verschiedene grafische Techniken als Metaphern. Wie Professor Wolfgang Bandion feststellte, "versuchen seine Grafiken, die Sprache und die Codes sowohl der Häftlinge als auch der Nazis zu entschlüsseln, was den Betrachter letztlich an das Leid und die unzähligen Opfer des Faschismus erinnert". "Gas", "Euthanasie" und "Mauthausen", dargestellt in gotischer Schrift, erhalten eine andere Bedeutung als das übliche Verständnis dieser Wörter im Alltag. Die Worte "heute überleben, morgen überleben", "Brot und Nahrung" und viele andere, die handschriftlich hinter dem Wort "Block" stehen, bringen uns zurück zum Individuum, zu dem Menschen, der im System der Konzentrationslager der Nazis zu einer bloßen Nummer wurde; sie erzählen uns, wie Hunger, Angst und Hoffnungslosigkeit diese Menschen beeinträchtigten und wie Menschlichkeit und Widerstand ihnen die Kraft zum Überleben gaben. Obwohl Hilge die Häftlinge nicht direkt porträtiert, ist sein Werk eine Rückkehr zum Namen, zur Erinnerung an jedes einzelne Opfer des Nationalsozialismus. Stefan Hilge hat dem Begriff der Erinnerung in der Kunst eine neue Dimension und eine andere Interpretation als die traditionelle hinzugefügt", so Wolfgang Bandion.

Alfred Hrdlickas einzigartige Werke aus der persönlichen Sammlung des Ausstellungskurators basieren auf den persönlichen Eindrücken des Autors vom Besuch der Gedenkstätte Mauthausen, von Gesprächen über das Schicksal der Häftlinge und über die Methoden und Techniken des NS-Systems als Tötungsmaschine. Hrdlickas grafisches Werk ist ein Versuch, Antworten auf die Fragen nach den Ursprüngen und Bedingungen des Faschismus sowie nach der Solidarität und Geistesstärke derjenigen zu geben, die dem System unter für den menschlichen Körper unerträglichen Bedingungen widerstehen konnten. Das Werk des Künstlers behandelt unter anderem die Geschichte von Johann Gruber, auch bekannt als "Papst Gruber" und "Heiliger von Gusen". Dieser katholische Priester war seit 1940 Gefangener im Konzentrationslager Gusen I. Bis zu seinem Märtyrertod am

Die Ausstellung Im Memoriam Mauthausen erinnert an den 78. Jahrestag der Flucht der sowjetischen Offiziere aus dem Block 20 des Konzentrationslagers Mauthausen. Im Februar 1945, drei Monate vor der Befreiung des Konzentrationslagers, entkamen mehr als fünfhundert sowjetische Häftlinge aus den Todesbaracken, nachdem sie die Wachen in einer beispiellosen Flucht außer Gefecht gesetzt hatten. Die Nazis leiteten eine intensive Fahndung nach den Ausbrechern ein und beteiligten die örtliche Bevölkerung an der Aktion zur Ergreifung der Gefangenen. Verschiedenen Berichten zufolge sind 9 bis 11 KZ-Häftlinge entkommen.

Die Forscher wissen von mindestens vier Familien aus Wieden-bei-Schwertberg, Schwertberg und Galneukirchen, die den geflohenen Häftlingen halfen.

Russische und österreichische Historiker und Journalisten haben sich im Laufe der Jahre mit den Schicksalen der Flüchtlinge befasst. In den 1950er Jahren initiierte die Journalistin Ariadna Jurkova die Recherchen, sammelte einzigartiges Material und organisierte das erste Treffen der Überlebenden. Das bedeutendste Projekt der 2000er Jahre war das Buch „Flucht aus dem Todesblock“ (2011) des Historikers Matthias Kaltenbrunner.

Im September letzten Jahres starteten das russische Komitee der ehemaligen Mauthausen-Häftlinge und Studenten des militärischen Ausbildungszentrums am Moskauer Luftfahrtinstitut (Nationale Forschungsuniversität) ein neues gemeinsames Projekt zur Erforschung des Schicksals aller sowjetischen Häftlinge, die von den Nazis als "K" (kurz für `Kugel´) eingestuft wurden und zumeist im Block 20 des Konzentrationslagers Mauthausen inhaftiert waren. Bei der Eröffnung der Ausstellung Im Memoriam Mauthausen sprachen Alexander Gribovsky, Dozent am MAI, Doktor der Geschichte, und Alexei Konopatchenkov, Vizepräsident des Russischen Komitees ehemaliger Mauthausen-Häftlinge, Doktor der Geschichte, über den Fortschritt des Projekts. Den Forschern ist es bereits gelungen, neue Informationen über einige der gefangenen sowjetischen Offiziere zu erhalten, Kontakt zu ihren Angehörigen aufzunehmen und das Andenken an die gefallenen Helden in der modernen Gesellschaft zu bewahren.

Ein Video der Eröffnungsfeier mit Musikbegleitung (Annie Valentina PRESTHUS (Violine) - Studentin der Musik Kunst der Privatuniversität der Stadt Wien) und einem Rundgang durch die Ausstellung wird auf der Website des RKI veröffentlicht.

Die Ausstellung Im Memoriam Matthausen ist noch bis Ende Februar geöffnet. Für den Besuch der Ausstellung ist eine Vorabregistrierung erforderlich (wissenschaft@russischeskulturinstitut.at). Bitte geben Sie in einem formlosen Schreiben mehrere Termine an, die für Ihren Besuch in Frage kommen, und warten Sie eine Bestätigung ab.