Die Ausstellung “Insel der Orthodoxie im Westen Russlands”
Die Ausstellung des Kaliningrader Gebietsmuseum für Geschichte und Kunst “Insel der Orthodoxie im Westen Russlands” stellt die Geschichte der orthodoxen Kirche in Kaliningrad vor, die auf das 16. bis 17. Jahrhundert zurückgeht, als in Königsberg eine Gemeinschaft von Gläubigen entstand. Der 12. Juli 1697 gilt als Datum der ersten orthodoxen Lithurgie in Ostpreußen. Sie fand in der Hafenstadt Pillau (jetzt Baltijsk) während des Aufenthalts der Großen Gesandtschaft von Peter I. statt, deren Weg durch diese Länder verlief.
Während des Siebenjährigen Krieges war Ostpreußen unter der Verwaltung von russischen Generalgouverneuren (1758–1762). Damals gab es in Königsberg 18 Kirchen verschiedener Konfessionen außer der orthodoxen. Die Einwohner erhielten Glaubensfreiheit und die russische Bevölkerung ging zu Gottesdiensten in Regimentskirchen. 1760 eröffneten orthodoxe Kirchengemeinden - die Kirche der Auferstehung Christi in Königsberg, die Kirche des Abstiegs des Heiligen Geistes in Pillau und die Kirche der Verklärung Christi in Memel. In St. Petersburg wurden für jede von ihnen Bildwände angefertigt. Nur eine hat bis heute überlebt – die in Memel (heute Klaipeda, Litauen). Nach der Restaurierung durch die Meister der Tretjakow-Galerie seit 2005 befindet sie sich in der unteren Kirche der Erlöserkathedrale. Die Geschichte dieses religiösen Denkmals ist erstaunlich. Es gibt eine Legende, dass selbst der Kommandant Alexander Suvorov vor ihm betete! Im Frühjahr 1762 verließ Russland diese Länder und die Pfarreien wurden aufgelöst. Die orthodoxe Gemeinschaft bestand jedoch weiterhin.
Das zwanzigste Jahrhundert brachte zwei verheerende Kriege an die Ostseeküste. Die Kämpfe verliefen in Ostpreußen. Im Ersten Weltkrieg verrichtete der Priester in jedem Regiment seinen Dienst. Die Priester führten Sakramente durch, halten Gottesdienste und Begräbnisgottesdienste ab für gefallene Soldaten. Seit dem Ersten Weltkrieg sind im Kaliningrader Gebiet Grabstätten russischer Soldaten mit Grabsteinen erhalten geblieben.
Nach dem Sieg über den Nationalsozialismus im Zweiten Weltkrieg wurde der nördliche Teil des ehemaligen Ostpreußengebiets nach den Beschlüssen der Potsdamer Konferenz in die Sowjetunion aufgenommen. Am 4. Juli 1946 wurde das Kaliningrader Gebiet gebildet. Seit 1947 richteten die orthodoxen Christen ständig den Appell an die örtlichen Behörden mit der Bitte, Kirchengemeinden zu registrieren. Die Führung des Gebiets zog es jedoch viele Jahre vor, den atheistischen Status der jungen Sowjetregion aufrechtzuerhalten. Um orthodoxe Kirchen zu besuchen, reisten die Gläubigen ins benachbarte Litauen und nach Weißrussland.
Die erste orthodoxe Gemeinde in der Stadt Kaliningrad wurde am 25. Februar 1985 registriert. Den Gläubigen wurden die Ruinen der ehemaligen lutherischen Kirche Juditten (erbaut im XIII. Jahrhundert) übergeben, die ein Jahr lang mit Mitteln der Pfarrei restauriert und die erste orthodoxe Kirche zu Ehren Nikolaus des Wundertäters in der Smolensker Diӧzese wurde.
Gegenwärtig gibt es im Kaliningrader Gebiet mehr als hundert Gemeinden. Seit 2005 öffnete die Erlöserkathedrale in Kaliningrad, die erste Kirche der Stadt, die nach den Kanons der russisch-orthodoxen Architektur gebaut wurde. Der Bau hat zehn Jahre gedauert. Der Museumsbestand bewahrt die wertvollsten Skizzen der Gemälde in der Kahedrale, die in den Jahren 2014–2017 bemalt wurden.
Die Kaliningrader Diözese der Russischen orthodoxen Kirche leistete besondere Unterstützung bei der Vorbereitung der Ausstellung. Die Ausstellung präsentiert Materialien aus den Beständen des Kaliningrader Gebietsmuseums für Geschichte und Kunst, des Museums für religiöse Kunst “Die Arche” (Kaliningrad), Dokumente aus dem Russischen Staatlichen Historischen Archiv (St. Petersburg), dem Außenpolitischen Archiv des Russischen Reiches (Moskau), dem Staatsarchiv des Kaliningrader Gebiets. Die Aufnahmen von der “erweiterten Realität” werden dazu beitragen, in die Atmosphäre der Feierlichkeiten einzutauchen und zu den orthodoxen Kirchen des Kaliningrader Gebiets zu pilgern.

Tel.: 01 / 505 18 29


















