Die Präsentation des Buches „Österreicher in der Roten Armee“ fand im RKI statt

11/10/2022 - 21:00

Mehr als tausend von ihnen waren gezwungen, vor der Verfolgung durch den Austrofaschismus in die Tschechoslowakei zu fliehen. Etwa die Hälfte von ihnen wanderte anschließend in die Sowjetunion aus. Viele von ihnen nahmen auf der Seite der republikanischen Regierung am Kampf gegen den Faschismus in Spanien teil und kehrten nach dem Angriff Nazi-Deutschlands auf die UdSSR in die Sowjetunion zurück und schlossen sich zusammen mit anderen dort gebliebenen Österreicherinnen und Österreichern den bewaffneten Einheiten der Roten Armee an.

In ihren Reihen kämpften sie gegen den Faschismus bis zur vollständigen Niederlage Nazideutschlands. Viele von ihnen fielen, wie schon in früheren Schlachten, in diesem Kampf.

Sie repräsentierten ein anderes Österreich - ein Österreich derer, die auf verschiedene Weise gegen den Faschismus gekämpft hatten und die an der Spitze der Helden standen, die zur Befreiung Österreichs beitrugen, wie es die Alliierten in der Moskauer Deklaration von 1943 gefordert haben.  

Die Autorin des Buches „Österreicher in der Roten Armee“, Schalotta Rombach, wurde in Moskau in eine Familie der "Schutzbündlern", die Österreich verlassen hatten, geboren. Ihr Vater, der Österreicher Heribert Hütter, von dem das Buch ebenfalls handelt, diente in der Roten Armee. Der Krieg traf die Familie in Leningrad. Hütter kehrte dringend nach Moskau zurück und ging als Freiwilliger an die Front. Fast alle "Schutzbündler" taten dies. Der Österreicher diente als Gefreiter an der Front, wurde dann abberufen und als Dozent an die Zentrale Antifaschistische Schule für österreichische Kriegsgefangene geschickt.

В 1945 году семья вернулась на родину, и Хюттер продолжил свою политическую деятельность в

1945 kehrte die Familie in ihre Heimat zurück, und Hütter setzte seine politischen Aktivitäten in der Gewerkschaftsorganisation fort.  Charlotte Rombach schloss ihr Studium an der Universität Graz ab und wurde Übersetzerin. Sie besuchte die UdSSR mehrmals, unter anderem für berufliche Weiterbildung in Moskau. Das Leben einer in der Sowjetunion geborenen österreichischen Kommunistin verlief in Österreich jedoch nicht unproblematisch.

Mittlerweile gibt es etwa zwei Dutzend Schutzbundkinder in Österreich. Einige ihrer Väter hatten in der Roten Armee gedient und waren an den Fronten des Zweiten Weltkriegs gefallen. Die Biographie des angeblich in der Steiermark verstorbenen "Schutzbündlers" Hugo Müller wird auf Wunsch des Sohnes des Antifaschisten vom österreichischen Historiker Florian Schwanninger rekonstruiert.  

Das RKI in Wien unterstützt zusammen mit der Russischen Militärhistorischen Gesellschaft den österreichischen Historiker. Die Arbeit wird durch die Tatsache erschwert, dass viele Dokumente den Historikern noch nicht zugänglich sind.

Das Buch "Österreicher in der Roten Armee" ist 2016 auf Deutsch erschienen, auf Russisch 2018 bei Verlag „Sovremennye Tradizii“ (Moskau). Die zweite deutsche Ausgabe von „Österreicher in der Roten Armee“ ist 2017 im Stern-Verlag erschienen. Dennoch ist das Buch in der breiten Öffentlichkeit noch wenig bekannt.