In Mauthausen wurden Blumen zum Gedenken an die Massenflucht sowjetischer Häftlinge aus dem KZ niedergelegt

02/02/2020 - 22:30

An der Gedenkzeremonie nahmen Vertreter der Botschaft der russischen Föderation in der Republik Österreich, des Apparats des Militärattaché Russlands in Österreich und des Russischen Kulturinstitut in Wien, sowie das Oberhaupt des Alexandr Petscherskij-Fonds Ilja Wassiljew und der Berater des Premierministers Israels für Angelegenheit der Heimkehrer aus der ehemaligen UdSSR, Ariel Bullstein sowie der österreichische Filmregisseur Andreas Gruber und Vertreter der Gedenkstätte „Mauthausen“ teil.

In der Nacht auf den 2. Februar 1945 unternahmen Insassen des sogenannten „Todesblocks“, der Baracke Nr. 20 eine waghalsige Flucht, deren Analogon es in der Geschichte des zweiten Weltkrieges nicht gibt. Mehr als 500 Insassen verließen die Baracke.

Für die Fahndung wurden riesige Mengen an Einheiten abkommandiert – an der Verfolgung nahmen Teile der Wehrmacht, Sektionen der SA, Mitglieder der NSDAP, der „Volkssturm“, Hitlerjugend und die lokale Bevölkerung teil. Die Nazis gaben der Aktion den zynischen Namen „Mühlviertler Hasenjagd“. Die Leichen der Ermordeten wurden zur Schule im Dorf Ried-in-der-Riedmark gebracht, wo SS-Soldaten auf den Schultafeln die Anzahl der Toten mit Strichen markierten. An dieser Stelle wurde ein Gedenkstein errichtet, an dem heute ebenfalls Blumen niedergelegt wurden.

Die einzige heute lebende Beteiligte der Rettung sowjetischer Offiziere, Frau Anna Hackl, die im Februar 1945 erst 13 Jahre alt war, wird am Gedenkabend teilnehmen, der dem Jahrestag dieser tragischen Ereignisse gewidmet ist.

Nach der feierlichen Zeremonie der Ehrenauszeichnung des Rossotrudnitschestwo „Für die Freundschaft und Zusammenarbeit“ wird sie die Geschichte ihrer Familie erzählen, die das Risiko einging und als eine der wenigen in Österreich die Rotarmisten versteckte. So wurden Michail Rybtschinskij und Nikolaj Zemalko gerettet.