Online-Austellung "Der 77. Jahrestag der Befreiung Europas vom Faschismus. Österreich. Historische Chronik. Dokumente"

05/06/2022 - 16:00

Vorbereitet von: Dem staatlichen Archiv für die sozial-politische Geschichte Russlands unter Einbeziehung der Archivmaterials des staatlichen Archivs, des zentralen Archivs des Verteidigungsministeriums und des russischen staatlichen Archivs der Foto- und Filmdokumente. 

Beschlüsse der Führer des Deutschen Reiches und die Manöver der deutschen Truppen

  • Am 6. April 1945 hat Generaloberst L.Rendulitsch den Posten des Befehlshabers der Armeegruppe Süden bekleidet.
  • Am 30. April 1945 wurde der Rest der Armeegruppe Süden in die Armeegruppe Österreich umgegliedert. 
  • Am Ende des Krieges flüchteten Nazis massig nach Salzkammergut, das in die amerikanische Besatzungszone einbeziehen werden musste.

Die Bestimmungen über die Besatzungszonen wurden nämlich schon am 30. Oktober 1943 in der Moskauer Deklaration verankert. Im Januar 1945 bekamen die Wehrmacht und die SS-Truppen diese Information.

Beschlüsse der sowjetischen Regierung und die Manöver der sowjetischen Truppen

  • Am 30. März 1945 haben die 6. Gardepanzerarmee und die 9. Gardearmee der ukrainischen Front (Befehlshaber Marschall F.I.Tolbuchin) die Bresche der 6. Armee der Gruppe Süden an der österreichisch-ungarischen Grenze des Jahres 1937 geschaffen und haben den Boden Österreichs betreten.
  • Am 2. April eroberten die Truppen der 6. Gardepanzerarmee Wiener Neustadt, das 50 Kilometer südlich von Wien ist.
  • Am 6. April stürmten die 4. und 9. Gardearmeen in Wien, Straßenkämpfe begannen.
  • Am 6. April veröffentlichte der Militärrat der 3. Ukrainischen Front im Auftrag vom großen Hauptquartier einen Appell an die österreichische Bevölkerung und forderte sie auf, das Land nicht zu verlassen, eine friedliche Tätigkeit weiter zu treiben und der sowjetischen Führung zu helfen, um die gesellschaftliche Ordnung aufrechtzuerhalten und das reibungslose Funktionieren der Unternehmen im Bereich Industrie, Handel etc. zu gewährleisten.

Im Appell wurde betont, dass die sowjetischen Truppen den österreichischen Boden betreten haben, um die Nazi-Truppen niederzuwerfen und das Land von der deutschen Abhängigkeit zu befreien, dass die Rote Armee das Aufrechterhalten der Ordnung fördern will, die in Österreich bis zum Jahr 1938 existierte.  

  • Am 9. April 1945 veröffentlichte die sowjetische Regierung eine Erklärung, in der sie erklärte, dass sie es sich nicht zum Ziel gesetzt hat, irgendeinen Teil des österreichischen Territoriums zu annektieren oder die soziale Ordnung Österreichs zu ändern.

Die sowjetische Regierung plädiert für die Bestimmungen der Moskauer Deklaration der Alliierten, die die Unabhängigkeit Österreichs vorsieht.

Sie wird die Deklaration betätigen und zur Abschaffung des Naziregimes beitragen sowie auch die demokratische Ordnung in österreichischen Behörden wiederherstellen.

Das Oberkommando der Roten Armee befiel der sowjetischen Truppen, der österreichischen Bevölkerung zu helfen.

  • Am 11. April, am 6. Tag der Straßenkämpfe in Wien forcierte die 4. Gardearmee die Donau innerhalb der Stadt.

Die Schiefe der Militärflottille an der Donau haben die Landung auf die Reichsbrücke durchgeführt.

  • Am 13. April wurde Wien erobert.
  • Am 15. April eroberten die 9. und 3. Gardearmeen der ukrainischen Front St. Pölten und hiermit beendeten sie die Wiener Offensivoperation (16. März - 15. April 1945).

Parallel zu der Wiener Operation und auch nach ihrem Ende kämpften die Verbände der 3. Ukrainischen Front um die Befreiung des östlichen Teiles des Landes.

  • Am 1. April 1945 befahl das große Hauptquartier dem stärksten Flügel der 3. Ukrainischen Front, Wien anzugreifen, und der linke Flügel (bestehend aus drei sowjetischen und einer bulgarischen Armeen) bekam den Befehl, spätestens am 10.-12. April folgende Städte von Nazis zu befreien: Gloggnitz, Bruck, Graz (Österreich) und Maribor (Jugoslawien), sowie sich auch an den folgenden Flüssen festzusetzen: Die Mürz, die Mur und die Drau.

Bis zum Ende der Wiener Operation haben die sowjetischen Truppen es nicht geschafft, alle Ziele zu erreichen. Deswegen wurde am 15. April 1945 die Offensivoperation von den Truppen der 3. Ukrainischen Front in die Richtung Graz weiter geführt. Die Offensivoperation Graz-Amstetten (15. April - 9. Mai 1945) begann. Schon am 15. April 1945 wurden die Verbände der 9. Gardearmee von den Verbänden der 6. Panzerarmee der SS angegriffen, dabei wurden auch die Panzer eingesetzt. Die Angriffe dauerten bis zum 20. April. Bald wurde die 9. Gardearmee in der Prager Operation eingesetzt. Das bedeutete, dass ab jetzt nur die 4. Gardearmee am rechten Flügel kämpfte.

  • Am 27. April 1945 begann die 3. Ukrainische Front eine große Offensivoperation in die westliche Richtung.

Die Offensive der sowjetischen Truppen wurde nicht nur vom Feind aufgehalten, sondern auch durch die Berg- und Waldgelände der Ostalpen verhindert.

Ende April gingen die Verbände der 4. Gardearmee in die Richtung Melk voran und erreichten die Ufer der Pielach. Zusammenhängender Widerstand der deutschen Truppen wurde schwach, etliche Soldaten und Techniker flohen nach Westen und hofften in die amerikanische Gefangenschaft zu gelangen. Die 4. Gardearmee bekam den Befehl, in die folgenden Richtungen voranzugehen: Loosdorf, Melk und Amstetten, sowie auch die Ufer der Enns zu gelangen und dem Feind den Rückzug nach Tschechoslowakei abzuschneiden.

  • Am 8. Mai 1945 startete die Armee die letzte Offensivoperation, die Kämpfe für Melk begannen, das nicht weit von der Donau ist. Deutsche Soldaten führten hinhaltende Gefechte durch und bewegten sich in die westliche Richtung. Aber die Vortruppen der sowjetischen Verbände erreichten Amstetten sehr schnell. Nach einem massiven Luftangriff wurde Amstetten erobert. Abends trafen russische Verbände amerikanische Soldaten an der Enns. In der Nacht gingen sowjetische Divisionen in die Richtung der Stadt Enns voran.
  • Am 9. Mai hörten sowjetische Truppen um 1 Uhr morgens Kämpfe und die Offensivoperation auf. Sowjetische Luftstreitkräfte griffen am 9. Mai 1945 die deutschen Truppenkolonnen an, die sich zurückzogen. Abends trafen russische Verbände amerikanische Soldaten an der Enns. In der Nacht gingen sowjetische Divisionen in die Richtung der Stadt Enns voran. Am 9 Mai hörten sowjetische Truppen um 1 Uhr morgens Kämpfe und die Offensivoperation auf.  

Sowjetische Luftstreitkräfte griffen am 9. Mai 1945 die deutschen Truppenkolonnen an, die sich zurückzogen. Am linken Flügel der 3. Ukrainischen Front ging die 27. Armee erfolgreich in die Offensive und am 8. Mai 1945 erreichte Graz, Feistritz und Bruk. In die Richtung Graz ging auch das 5. Gardekavalleriekorps, das der Front unterstand. Auf dem Weg nach Graz leisteten die Verbände der 5. Panzerdivision der SS Wiking sowjetischen Soldaten Widerstand. Die 57. Armee war schon am Anfang der Operation mit ihren meisten Kräften in Abwehr. Erst am 8. Mai 1945 begann die Offensive in die Richtung Feldbach, Graz. Abends erreichten die Verbände des 6. Gardeschützenkorps Feldbach. 

Obwohl am 9. Mai die bedingungslose Kapitulation Deutschlands unterzeichnet wurde, mussten sowjetische Soldaten für Feldbach kämpfen. Am Morgen des 9. Mai eroberten sowjetische Truppen nach einer artilleristischen Vorbereitung Graz und trafen Amerikaner am westlichen Stadtrand. 

Ende April - Anfang Mai 1945 erreichten die Truppen der 3. Ukrainischen Front Linz, Gaflenz und Klagenburg, wo sie Amerikaner trafen. Dieses Manöver schnitt der deutschen Gruppenarmee F aus Jugoslawien den Rückzug ab, was auch zu ihrem Zusammenbruch durch jugoslawische Truppen beitrug. Letzte Brennpunkte des Widerstandes wurden von sowjetischen Truppen am 17. Mai 1945 niedergekämpft.

Kapitulation der Gruppenarmee Österreich endete sich am 17. Mai 1945.

Gesamte Verluste der 3. Ukrainischen Front während der Operation betrugen 8.725 Menschen, darunter 2.173 Tote, 6.552 Verletzte und Kranke. 

Was die durchschnittliche Zahl der Tote pro Tag (349 Menschen) angeht, gehörte die Graz-Amstetten Operation zu den Operationen während des Zweiten Weltkrieges mit den wenigsten Verlusten. 

An der Operation der Befreiung der östlichen Teile Österreichs nahm auch die 1. bulgarische Armee teil.

In Österreich wurden 32 deutsche Divisionen niedergeschlagen und 130 Tausend Menschen gefangen genommen.

Manöver der Alliierten in Österreich im März - Mai 1945

In Zusammenarbeit mit der Roten Armee griffen die Luftstreitkräfte der Alliierten in der zweiten Märzhälfte 1945 einige Flugfelder, Eisenbahnknotenpunkte, Brücken und Industrieobjekte auf dem Territorium Österreichs, im westlichen Teil Ungarns und in der Südslowakei an.

Laut den Angaben der deutschen Führer haben einige Luftangriffe der amerikanisch-englischen Luftstreitkräfte den erheblichen Schaden der Herstellung von Brennstoffen zugefügt.

So schrieb der Oberste Befehlshaber der Wehrmacht in seinem Tagesbuch am 15. März: "Wegen der Luftangriffe auf die Erdölraffinerien in Komarno ist die Herstellung von Brennstoffen hier um 70 Prozent gesunken". Und weiter:

"...da die Gruppenarmee Süden und Mitte bis heute die Brennstoffe aus Komarno geliefert bekamen, werden die Folgen der Luftangriffe die operativen Beschlüsse bewirken".

Die Aufklärungsgruppen der 3. amerikanischen Armee passierten die Grenze Österreichs am 26. April 1945.

  • Am 30. April betraten französische Truppen den österreichischen Boden. Etliche Kräfte der 7. amerikanischen Armee betraten den österreichischen Boden am 1. Mai 1945. Die deutsche Front im Westen existierte de facto nicht mehr, Amerikanern wurde nur lokale Widerstand geleistet, oft waren das die SS-Verbände, die von der östlichen Front hierher geschickt wurden.
  • Am 3. Mai eroberten Amerikaner Innsbruck und am 4. Mai Salzburg.
  • Am 5. Mai kapitulierten vor Amerikanern deutsche Truppen in Bayern und Westösterreich. Amerikanische Truppen eroberten Linz.
  • Am 7. Mai 1945 hörten die Kämpfe im Westen auf.

Die Verluste Amerikaner auf dem Territorium Österreichs betrugen 5.972 Menschen, darunter 1.846 Tote und 5.413 Soldaten der Luftstreitkräfte. Innerhalb von einer Woche erreichten die Verluste der amerikanischen Bodenstreitkräfte den Zahl von 559 Menschen, darunter 118 Tote.

Wiederherstellung der Staatlichkeit

  • Am 27. April 1945 wurde die Übergangsregierung mit Sozialisten K.Renner an der Spitze gegründet. 
  • In der Regierung waren auch Vertreter der kommunistischen und sozialistischen Parteien sowie auch die Vertreter der Volkspartei.
  • In den Städten und Dörfern des östlichen Teils Österreichs begann man lokale Behörden zu gründen, politische Parteien und Gewerkschaften nahmen ihre Tätigkeit auf.
  • Am 27. April 1945 wurde die Deklaration über die Wiederherstellung der demokratischen Republik Österreich veröffentlicht.