В РЦНК состоялась австрийская премьера художественного фильма «Нюрнберг»

04/16/2023 - 19:15

Der Film in russischer Sprache mit deutschen Untertiteln wurde am 12. April von rund hundert Personen gesehen, darunter Mitglieder der diplomatischen Vertretungen der GUS-Staaten in Österreich.

Dmitri Ljubinsky, außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter Russlands in Österreich, richtete eine Begrüßungsrede an das Publikum:

«Eure Exzellenzen! Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,

Es freut mich aufrichtig, Sie heute in den gastfreundlichen Räumlichkeiten des Russischen Kulturzentrums in Wien wieder begrüßen zu dürfen. Der neue Spielfilm «Nürnberg» entstand durch die Zusammenarbeit einer hochkarätigen Mannschaft bestehend aus dem prominenten Regisseur Nikolay Lebedew, dem hervorragenden Schriftsteller, Historiker und Skriptautor Alexander Swjaginzew, dem weltberühmten Komponisten Eduard Artemjew und einer beeindruckenden internationalen Schar von Starschauspielern. Eine der zentralen – wenn auch negativen – Figuren im Film wurde vom talentierten Österreicher Wolfgang Cerny gespielt. Mitgewirkt beim Projekt hat auch die Alexander-Petscherskij-Stiftung, die in der Vergangenheit unter anderem Dokus über die Nazi-KZs auf dem österreichischen Boden kreierte. «Nürnberg» hat nicht nur ein zugespitztes Sujet, das die Zuschauer bis zum Ende in Spannung hält, sondern ist auch im breiteren, historischen Hinblick sinntragend und zeitgemäß.

Vor beinahe 78 Jahren wurde die menschenfeindliche Staatsmaschine Hitlers besiegt. Die Sowjetunion trug militärisch entscheidend dazu bei, zahlte aber auch dafür den höchsten Blutzoll. 27 Millionen unserer Mitbürger starben an der Front oder unter den Bomben, in nazistischen Vernichtungslagern oder z.B. im aushungernden Leningrad, während grausamsten Strafaktionen der Besatzer gegen wehrlose Zivilbevölkerung oder im Laufe inhumaner medizinischer Experimente der Nazis. Eine stete Erinnerung an diese unzähligen Menschenleben muss immer und überall aufrechterhalten bleiben, von Generation zu Generation übermittelt werden.

Die erste Vorführung des Films «Nürnberg» in unserem Format in Österreich (weitere werden folgen) findet gar nicht zufällig am Vorabend des 13. April – des Tages der Befreiung Wiens – statt. Morgen werden wir mit meinen Kollegen und Freunden – GUS-Botschaftern traditionsgemäß Kranzniederlegungen am Schwarzenbergplatz und am Zentralfriedhof durchführen.

Die aktuellen Entwicklungen – und zwar mitten in Europa – zeigen uns aber, dass wir Jahrzehnte nach dem Ausklang des letzten Schusses im Zweiten Weltkrieg die historische Wahrheit über die wirklichen Täter und Opfer, über die echten Helden und schrecklichsten Verbrecher wieder verteidigen müssen. Denn wenn wir es nicht tun, dann war alles historisch ermessen scheinbar umsonst – das ganze ungeheure Leid von über 70 Millionen Menschen. Dann werden schändliche Demozüge zu Ehren von Nazischergen – wie am Geburtstag von Stepan Bandera mitten in Wien am heurigen 1. Jänner – sehr schnell zum Alltag. Was demnächst folgen kann, brauche ich gerade hier in Österreich nicht zu erklären.

Der Nürnberger Prozess 1945–1946 diente nicht nur zur Verurteilung nazistischer Kriegsverbrecher. Die Beschlüsse des Tribunals setzten deutliche Rahmen und universelle, von der gesamten Menschheit anerkannte Richtlinien für die Zukunft, sie bestimmten für die ganze Welt was nie wieder passieren darf. Es ist immer noch in unserer Macht, den Wiederholungsunterricht der Geschichte nicht besuchen zu müssen. Der heutige Film, hoffe ich, wird seinen stärkenden Beitrag dazu leisten.

Ich danke Ihnen, liebe Gäste, für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche allen eine interessante Vorführung und eine anschließende angenehme Zusammenkunft!»

Nikolai Lebedews Historiendrama Nürnberg basiert auf dem Roman „Für immer und ewig“ von Alexander Swjaginzew. Der Film schildert die Ereignisse des Jahres 1945. Das Internationale Militärtribunal nimmt in Nürnberg seine Arbeit auf. Zu dem Prozess, der als "Jahrhundertprozess" bekannt werden soll, kommen zahlreiche Menschen aus der ganzen Welt. Die Stadt ist überfüllt mit Prozessteilnehmern und Journalisten. Unter denjenigen, die als Mitglied der sowjetischen Delegation nach Nürnberg kommen, ist Hauptmann Volgin, der mehrere Fremdsprachen spricht. Er ist noch jung, aber er hat den Krieg bereits hinter sich...

Eines Tages lernt Igor auf der Straße ein junges russisches Mädchen, Lena, kennen. Ihre aufkeimenden Gefühle werden durch viele Prüfungen gehen, aber die Liebe ist das Einzige, was die Welt zu allen Zeiten vor der Entmenschlichung bewahrt hat.

Die nächste Vorstellung von "Nürnberg" findet am 25. April im RKI in Wien statt. Die Anmeldung erfolgt unter office@russischeskultutrinstitut.at