Zum 145. Geburtstag von Fjodor Iwanowitsch Schaljapin

10/18/2018 - 18:15

Am 18. Oktober fand im Rahmen des Jahres der Musik und kulturellen Begegnungen Russland - Österreich 2018 ein reichhaltiger Abend statt. Die mit großem Erfolg im Russischen Zentrum für Wissenschaft und Kultur in Wien durchgeführte Veranstaltung war dem 145. Geburtstag des großen russischen Sängers und Künstlers Fjodor Iwanowitsch Schaljapin gewidmet.
Das Programm des Abends wurde mit der Präsentation der Ausstellung „Fjodor Schaljapin. Ein Brief aus Wien“ eröffnet. An deren Vorbereitung waren das Staatliche Literatur- und Kunstgeschichte-Freilichtmuseum „Abramzewo“, das Museum des Moskauer Künstlertheaters und das russische Nationalmuseum für Musik beteiligt. In der Ausstellung waren Faksimiles historischer Fotos von Schaljapin zu sehen – sowohl in seinen diversen Rollen, als auch außerhalb der Bühne, ebenso Kopien seiner Briefe an Freunde und Fotos großer Künstlerpersönlichkeiten der Jahrhundertwende: Konstantin Stanislawskij, Sawwa Mamontow und anderer. Die enge freundschaftliche Beziehung dieser Protagonisten war nämlich die Konzeptgrundlage dieser Ausstellung.
„Ein Brief aus Wien“ wurde als Titel und als das zentrale Thema der Ausstellung dank einem in seinen Memoiren veröffentlichten Brief (datiert mit 1897) Schaljapins an Mamontow ausgewählt. Schaljapins erste Reise nach Wien kam aufgrund seiner Suche nach den altassyrischen Reliefs für die Gestalt des Holofernes - dem Helden der Oper von Alexandr Serow - im Wiener Kunsthistorischen Museum zustande. Auch wenn die Suche im Museum erfolglos war, legte Schaljapin in diesem Brief seine „die Seele erhebenden“ Eindrücke von Wien dar. Im zentralen Teil der Ausstellung wurden die Kostümskizzen des Künstlers Walentin Serow für Holofernes vorgestellt sowie die Fotos Schaljapins in dieser Partie.
Die Ausstellung wurde von der Direktorin Elena Woronina und der wissenschaftlichen Leiterin des Freilichtmuseums „Abramzewo“, Swetlana Wolkowa, präsentiert. Während ihrer Eröffnungsrede nannte die Direktorin des Museums MCHAT Marfa Bubnowa Schaljapin „den russischen Nationalhelden“, dessen persönliche und künstlerische Bedeutung über die Grenzen Russlands hinausging.
Im zweiten Teil des Abends ging das Konzert des Preisträgers internationaler Wettbewerbe, Oleg Didenko (Bass), und des Dozenten der Wiktor Popow-Akademie für Chorgesang, Wiktor Rjabtschikow, mit großem Erfolg vonstatten. Nach der Programmeröffnung mit dem „Walzer-Fantasie h-moll“ für die Klavierfassung von Michail Glinka und den zwei Arien Wolfgang Amadeus Mozarts erklangen Werke aus dem Repertoire von Schaljapin: die Arien Iwan Sussanins aus der Oper von Michail Glinka „Ein Leben für den Zaren“ des Königs Philipp aus der Oper von Guiseppe Verdi „Don Carlos“ und die von Kontschak aus der Oper Alexandr Borodins „Fürst Igor“. Der das Konzert leitende Pianist Wiktor Rjabtschikow spielte auch Klavierstücke von Franz Liszt und Alexandr Borodin.
Der tiefe, reichhaltige Bass und die Schauspielkunst von Oleg Didenko machten großen Eindruck auf die Zuhörer, die den Konzertsaal des RKI zur Gänze füllten. Der Auftritt wurde mit stürmischem Applaus und zahlreichen „Bravo“-Rufen gewürdigt. Als Zugabe wurden beliebte Lieder aus dem Repertoire Schaljapins gesungen – das russische Volkslied „Leb wohl, Freude…“ und ein Scherzlied von Alexandr Djubjuk „Straße“.
Unter den Gästen des Abends befanden sich sowohl Vertreter der Kunstszene als auch der Geschäftswelt, außerdem Verehrer des Werkes des großen russischen Sängers sowie Liebhaber russischer Museumskultur und der Theater- und Musikkunst. Die Aufnahme des Konzerts anlässlich des 145. Geburtstages Schaljapins ist auf der Internetsite des RKI in Wien zugänglich.