80. Jahrestag der Aufführung von Dmitri Schostakowitschs VII. Symphonie

08/09/2022 - 08:30

Vor 80 Jahren, am 9. August 1942, wurde Dmitri Schostakowitschs VII. Symphonie (Leningradskaja) im Saal der Leningrader Philharmonischen Gesellschaft zum ersten Mal aufgeführt.

An dem Tag, an dem das deutsche Kommando das Datum des Einmarsches in Leningrad bekannt gab, wurde die Symphonie vom Großen Symphonieorchester des Leningrader Rundfunkkomitees (heute Akademisches Sinfonieorchester der St. Petersburger Philharmonie) unter Karl Illich Eliasberg, einem bekannten Dirigenten deutscher Herkunft, aufgeführt. Dabei wurde betont, dass alle Menschen, unabhängig von ihrer Nationalität, nach Frieden streben. 80 Minuten lang, während die Musik spielte, schwiegen die feindlichen Geschütze: Die Artilleristen, die die Stadt verteidigten, hatten vom Kommandeur der Leningrader Front, L. A. Goworow, den Befehl erhalten, das Feuer der deutschen Geschütze um jeden Preis zu unterdrücken. Die ganze Stadt war von der Musik Schostakowitschs erfüllt. Die Symphonie wurde sowohl im Radio als auch aus den Straßenlautsprechern der Stadt übertragen. Die Menschen hörten zu und konnten ihre eigenen Gefühle nicht verbergen. Viele weinten vor lauter Stolz auf ihr Land. Der Titel "Leningradskaja" stammt von der berühmten Dichterin Anna Achmatowa. Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitschs VII. Symphonie gilt zu Recht nicht nur als eines der wichtigsten künstlerischen Werke der russischen Kultur des 20. Jahrhunderts, sondern auch als musikalisches Symbol der Belagerung von Leningrad. Später wurde die Sinfonie von vielen herausragenden Dirigenten in der UdSSR und im Ausland aufgenommen.

VII. Symphonie (Leningradskaja) wurde im Oktober 1945 in Österreich mit den Wiener Symphonikern uraufgeführt. Der Dirigent war der Österreicher Henri Maria Krips, der während der Zeit des Nationalsozialismus nach Australien ausgewandert war.  "Die lang erwartete Aufführung von Schostakowitschs VII. Symphonie im Rahmen eines von der Kommunistischen Partei Österreichs organisierten Festkonzerts am 28. Oktober war für viele von uns ein erster Vorgeschmack auf zeitgenössische russische Musik. Um es ganz offen zu sagen: Der Eindruck, den das Werk hinterließ, war teilweise überwältigend. Dies gilt insbesondere für den ersten und den letzten Teil. Diese beiden Sätze zeichnen sich durch eine aufwühlende Dramatik, höchst originelle Rhythmen und eindrucksvolle Beispiele einer höchst effektiven Instrumentationstechnik aus. Das Werk basiert auf der heldenhaften Verteidigung Leningrads, so dass die Verbindung zur Programmmusik, wenn auch auf eigentümliche Weise, unverkennbar ist", begann eine Rezension des Konzerts in der Zeitschrift Wiener Revue.