Orte der Erinnerung: Hartheim und Mauthausen
08/15/2023 - 20:45
Landsleute und russischsprachige Einwohner Österreichs gedachten der Opfer des Todesschlosses Hartheim und des Konzentrationslagers Mauthausen. Bischof Alexy von Wien und Österreich hielt einen Gebetsgottesdienst zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus ab.
Hartheim, ein Schloss aus dem 16. Jahrhundert in der Nähe der Stadt Linz, eines der bedeutendsten Schlösser der Renaissance, wurde während des Zweiten Weltkriegs zu einem Zentrum der Zwangseuthanasie in Nazi-Deutschland. Von 1939 bis 1944 wurden Zehntausende von Behinderten, Geisteskranken und Invaliden, später auch Kriegsgefangene aus den Konzentrationslagern Mauthausen und Dachau, von den Nazis in Schloss Hartheim ermordet. Unter den in Hartheim Ermordeten befanden sich Angehörige der meisten Republiken der UdSSR. Heute kennen Historiker die Namen von 753 sowjetischen Bürgern, die im Schloss gefoltert wurden. Zum Gedenken an sie wurde im Jahr 2022 eine Gedenktafel im Schloss angebracht.
Die Mitarbeiter der Gedenk- und Bildungsstätte Hartheim und des Zentrums für Erinnerungsforschung setzen ihre Arbeit zur Klärung der Schicksale der in Hartheim Verstorbenen fort.
In Zukunft wird es eine Publikation geben, die über die Schicksale der in Hartheim verstorbenen UdSSR-Bürger berichtet. Bislang sind den Historikern die Lebensdaten eines Kasachen und dreier Russen bekannt; bisher unbekannte Dokumente aus den Archiven Russlands, Israels, Österreichs, Frankreichs und der USA ergänzen die Informationen über 253 im Schloss getötete Sowjetbürger.
Eine große Gruppe russischsprachiger Landsleute besuchte Hartheim zum ersten Mal.
Die Gedenkstätte Mauthausen wird jedes Jahr von Tausenden von Gästen besucht. Auf dem Gelände des ehemaligen Lagers wurden Dutzende von Denkmälern errichtet, darunter ein Denkmal für den sowjetischen Präsidenten Dmitri Karbyschew.
Die Gedenk- und Informationsreise nach Hartheim und Mauthausen, die mit Unterstützung der Russischen Botschaft in Österreich vom Russischen Zentrum für Wissenschaft und Kultur in Wien und dem Memory Research Centre organisiert wurde, war Teil des 2020 gestarteten Zyklus "Ort der Erinnerung".

Tel.: 01 / 505 18 29















