Zum 130. Geburtstag von Sergej Jessenin wurde im Russischen Kulturinstitut in Wien eine Ausstellung des Staatlichen Literaturmuseums eröffnet
Am 2. Oktober wurde im Russischen Kulturinstitut in Wien anlässlich des 130. Geburtstags des herausragenden russischen Dichters Sergej Jessenin eine Ausstellung des GMIRLI namens W. I. Dahl „Lebt so, wie euch der Stern führt” eröffnet. Die Gäste der Ausstellung wurden vom stellvertretenden Direktor des Staatlichen Dahl-Literaturmuseums, dem Direktor des Moskauer Hauses F. M. Dostojewski, dem Literaturhistoriker und Biografen Pavel Fokin begrüßt. Er erzählte von der Entstehungsgeschichte der Ausstellung und den Ansichten seiner Zeitgenossen und nachfolgender Generationen über die Persönlichkeit des großen Dichters.
Das Konzept der Ausstellung wurde durch die Existenz eines kleinen Planeten inspiriert, einem Asteroiden des Hauptgürtels mit der Nummer 2576, der 1983 zu Ehren des russischen Dichters den Namen „Jessenin“ erhielt. Der Asteroid wurde 1974 von der sowjetischen Astronomin Lyudmila Zhuravleva entdeckt.
Die Ausstellung basiert auf einer großen Exposition, die zum 125. Geburtstag von Jessenin in Moskau vorbereitet wurde und in mehreren Gebäuden des Hauptgebäudes des Literaturmuseums untergebracht war. Den Kern der Ausstellung bildeten Originalgegenstände des Dichters, seine Manuskripte aus seiner Lebenszeit, die dem Museum von seiner Witwe, der letzten Ehefrau Jessenins, der Enkelin von Lew Nikolajewitsch Tolstoi, Sofja Andrejewna Tolstaja-Jessenina, geschenkt wurden.
Die Ausstellung erzählt von den prägendsten Jahren im Leben Sergej Jessenins, seinem letzten Jahrzehnt von 1915 bis 1925. Diese zehn Jahre waren für den „ersten Dichter des Dorfes” unglaublich ereignisreich: Er schrieb mehr als 1000 Gedichte, bereiste mit seinen Auftritten fast ganz Sowjetrussland sowie die USA und einen Teil Europas. In diesen Jahren hatte er drei offizielle Ehen, zwei standesamtliche Trauungen und vier Kinder.
Noch zu Lebzeiten wurde Jessenin zu einer mythischen Figur. Und er selbst trug wesentlich dazu bei, den Mythos um seine Person zu schaffen: Er war Rebell nach dem Vorbild Pugatschows, Sänger Sowjetrusslands, Sohn eines Bauern und gleichzeitig Ehemann einer der größten Tänzerinnen der Welt des 20. Jahrhunderts, Isadora Duncan, sowie Verwandter von Lew Nikolajewitsch Tolstoi.
Im Rahmen der Ausstellungseröffnung verliehen Pavel Fokin und der Übersetzer Alexander Nitzberg den besten TeilnehmerInnen der Aktion „Literarischer Diktat“ Diplome für hervorragende Leistungen.
Die verschiedenen Facetten des Schaffens von Sergej Jessenin, die Fakten seiner Entwicklung als Literat und der Einfluss seiner großen Zeitgenossen auf sein Leben sind bis zum 14. Oktober in der Ausstellung zu sehen.

Tel.: 01 / 505 18 29















